Nikolausstiefel mit SnapPap

Ich möchte Euch jetzt nicht in Panik versetzen. Nein, ich meine nicht die Nachricht, dass bald Weihnachten ist. Obwohl das Grund genug zur Panik ist. Ich muss Euch viel mehr darauf hinweisen, dass vorher – und noch sehr viel früher – Nikolaus ist! Ja, dieser 6. Dezember, der immer so fern wirkt und dann meist von der hektischen Erkenntnis überlagert wird, dass Weihnachten wieder einmal sehr viel schneller da ist als man denkt.

Nun könnte man, ganz im Zeitgeist lebend, einfach einmal zurück zu den Anfängen gehen und es bei Orangen und Nüssen belassen. Das geht schnell und ist auch noch gesund. Aber wann hatte diese herrliche Vorweihnachtszeit schon jemals etwas mit gesunder Ernährung zu tun?

Wofür auch immer Ihr Euch entscheidet, zumindest für die standesgerechte Verpackung habe ich eine kleine Anregung für Euch. Einen Nikolausstiefel aus SnapPap. Dieses vielfältige und sogar waschbare Papier. Es wird gerne auch als veganes Leder bezeichnet, denn nach dem Waschen nimmt es eine wunderbare Lederoptik an, welche deutlicher wird, je stärker man es knittert.

Was Ihr dafür braucht
:: Papier für das Schnittmuster
:: Tesafilm zum Zusammenkleben des Schnittmusters
:: Papierschere (nehmt für das SnapPap nicht Eure Stoffschere!)
:: Nähschneiderfuß (Carina Zubehör)
:: Bleistift
:: Lineal
:: SnapPap (75x50cm)
:: Stoff (15x20cm)
:: Garn
:: Stickgarn (optional)
:: Stickvlies
:: Rollschneider oder Stoffschere
:: Magic Clips

 

Bevor Ihr beginnt solltet Ihr Euren SnapPap Bogen in die Waschmaschine stecken. SnapPap läuft beim Waschen minimal ein und es ist sicherer es erst nach dem Waschen zu verarbeiten. Es kann problemlos bei bis zu 60°C gewaschen werden, 40°C reichen aber völlig aus. Nehmt Euer ganz normales Waschmittel, Pulver oder flüssig, das ist egal. Nur Weichspüler sollte keiner rein.

Je nachdem wie stark die Lederoptik werden soll, knittert Ihr das Papier nach dem Waschen und lasst es trocknen. Die ganz Ungeduldigen werden sich freuen zu hören, dass SnapPap auch in den Trockner kann. Ist es Euch nach dieser Prozedur zu knitterig zum Verarbeiten, kann es problemlos auf höchster Stufe gebügelt werden.

Ich würde nur raten den Dampf am Bügeleisen auszuschalten. Es sollen ja noch Knitterfalten übrigbleiben! Und ja, die Bilder verraten es. Ich habe den Hinweis SnapPap vor dem Nähen zu waschen nicht gesehen. Erst nach dem Besticken bin ich darauf gestoßen. Ich hatte Glück, denn nach der 40°C Wäsche und dem Trockner sahen die Motive immer noch gut aus.

Während das SnapPap durch die Waschroutine läuft ist die beste Gelegenheit Euer Schnittmuster zu erstellen. Hier könnt Ihr kreativ werden und Eure Stiefelform gestalten wie es Euch am besten gefällt. Mein Muster hatte folgende Abmessungen:

Schaftlänge bis zum Absatz: 40cm,
Krempe: 12cm
Schaftbreite : 15cm
Schuhlänge: 30cm

Aber wie gesagt, daran muss sich niemand halten. Malt einfach drauflos, bis Euch die Stiefelform gefällt. Nun legt Ihr das Schnittmuster auf den SnapPap Bogen, befestigt es mit den Magic Clips und schneidet es mit der Papierschere aus. Daran denken, dass Ihr nicht Eure Stoffschere damit ruiniert, denn es ist Papier und kein Stoff. Und noch etwas ganz Wichtiges, schneidet auf gar keinen Fall zwei gleiche Stiefelhälften aus! Es ist wichtig, dass die zweite Hälfte spiegelverkehrt ist. D.h. die Fußspitzen müssen in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Beim SnapPap wäre das allerdings nicht ganz so tragisch, denn es gibt nicht wirklich eine rechte und linke Seite.

Habt Ihr Eure Stiefelform ausgeschnitten, könnt Ihr den Schaft besticken. Ich konnte mich zwischen Schrift und Muster nicht entscheiden. Die Carina R-evolution bietet einfach zu viele Möglichkeiten! Also, habe ich beides miteinander kombiniert. Ich habe normales Nähgarn verwendet, aber wenn Ihr spezielles Stickgarn habt, dann nutzt es gerne. Es gibt wunderschöne Farbverlaufs- oder Glitzergarne. Am Besten hier hinterlegt Eure Stickerei mit einem Stickvlies um sie zu stabilisieren und ein Einreißen der Einstichlöcher zu verhindern.

Jetzt geht’s ans Zusammennähen (es braucht keine spezielle Nadel, eine normale 70er reicht völlig aus). Hier ein Wort der Warnung. Es soll wohl nicht unmöglich sein SnapPap zu wenden. Bei mir war es das leider. Das ist der Grund warum mein Stiefel letzten Endes um einiges schmaler ausfiel ausgedacht. Ich habe es nicht geschafft die Naht (nachdem ich die Hälften rechts auf rechts zusammengenäht hatte) aufzutrennen und musste sie rundum abschneiden.

Ist es nicht schön, wenn jemand alle Fehler vor Euch schon ausprobiert hat?

Also, Ihr legt jetzt Eure Stiefelhälften links auf links zusammen und näht sie mit einem Abstand von ca. 5mm vom Rand zusammen. Wählt dafür eine Stichlänge von 4-4,5mm, das ist optisch bei einer sichtbaren Naht am hübschesten.

Sowieso sollte man bei SnapPap eine Stichlänge nicht unter 3mm wählen. Leider kann ich hier kein Foto bieten. Ich war so erleichtert, dass ich den Stiefel retten konnte, dass ich völlig vergessen habe diesen Schritt zu fotografieren. Asche auf mein Haupt.

Jetzt kommen wir zur Stiefelkrempe. Der Schaft ist 15cm breit, also sollte Euer Stoffstück 30cm lang und 12cm breit sein (denkt an die Nahtzugabe). Falls Ihr ein eigenes Schnittmuster habt, dann richtet Euch selbstverständlich nach dessen Abmessungen! Näht eine Kante um, damit es einen schönen Abschluss gibt. Dies ist die untere Kante.

Jetzt legt Ihr den Stoff in den Stiefelschaft (die linke Stoffseite ist Euch zugewandt), sodass die obere Kante mit der Schaftkante abschließt. Aus einem kleinen Stoffrest könnt Ihr nun einen Aufhänger nähen, mit dem der Stiefel später an einem Haken o.ä. aufgehängt werden kann. Diesen schiebt Ihr zwischen den Stiefel und den Stoff, sodass die Schlaufe nach unten, Richtung Sohle zeigt. Befestigt das Ganze mit den Magic Clips und näht es rundherum fest. Nun zieht Ihr den Stoff heraus und schließt die Seitennaht.

Hierfür habe ich mal meinen Nähschneiderfuß ausprobiert. Das ist eine wunderbare Alternative falls man keine Overlockmaschine hat oder sie für eine kleine Naht nicht extra herausholen und aufstellen möchte. Nun könnt Ihr die Krempe umstülpen und um den Schaft zurechtzupfen.

Ja, ich habe die Schlaufe erst nachträglich eingenäht. Auch den Fehler habe ich heroischerweise schon für Euch gemacht!

Das war es schon. Euer Nikolausstiefel ist fertig! Jetzt bleibt nur noch die leidige Frage: womit befüllen? Aber da bin ich raus. Ich habe selbst noch keine Idee. Oder doch Nüsse und Orangen?

 

 

1 Comment

  1. Danke für die schöne NicolausstiefelAnleitung.

    Ich weiß nicht, ob Sie meine Anmerkung lesen können. Nachdem ich sie abschicke, ist sie für mich nicht mehr sichtbar. Ich kann auch keine weiteren Kommentare sehen, leider.
    Ich wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit.
    Herzliche Grüße aus dem Erzgebirge
    Petra Jacobi

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